Bäume

Die Heckenrose

Urmutter der Schönheit

Die einen lieben die ungezähmten wilden Rosen, die anderen verehren viel mehr die gezüchteten Geschwister und würden sich der Bezeichnung «Hundsrose» für die Heckenrose manchmal am liebsten sogar spöttisch anschliessen, um deren Minderwertigkeit zu unterstreichen. Und dabei sind die «Urrosen» das keineswegs. Klar, sie duften weniger und auch die Farbvielfalt kann nicht mit den gezähmten Gartenschönheiten mithalten. Und doch fühlen sich mittlerweile wieder viele zu den heimischen ursprünglichen Rosen hingezogen. Die Klassifizierung der Rosenarten ist aber schwierig, da die Rose von Natur aus zu Variationen neigt und es mittlerweile unzählige verschiedene Sorten gibt. Im Grossen und Ganzen aber lassen sich 150 bis 250 ursprüngliche Wild–rosen unterteilen, wovon etwa 25 Sorten bei uns heimisch sind. Dazu gehören neben der Heckenrose/Hunds–rose (Rosa canina) unter anderem auch die Weinrose (Rosa rubiginosa) oder die Bibernellrose (Rosa spinosissima) sowie die inzwischen gut bei uns eingebürgerte Kartoffelrose (Rosa rugosa), die ursprünglich aus China stammt.

Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass sowohl in der Küche als auch in der Volksheilkunde alle Wildrosen verwendet werden können. Nicht aber die Zuchtsorten, wovon es mittlerweile unglaubliche zehntausende gibt. Die fünf wichtigsten Urahnen dieser zahlreichen Züchtungen sind die wilde Essigrose (Rosa gallica), die Ölrose (Rosa x damascena), die Weisse Rose (Rosa x alba), die hundertblättrige Rose (Rosa x centifolia) und auch die Hundsrose (Rosa canina) sowie die Moschusrose (Rosa moschata). Die heimischen Wildrosen haben auch eine sehr hohe ökologische Bedeutung für Vögel und Insekten, darunter zahlreiche Wildbienen und Säugetiere. Ein Grund mehr, sich diese wilden Schönheiten in den Garten zu holen. Was ebenfalls für sie spricht: Sie sind weitaus unkomplizierter als ihre gezüchteten Geschwister. Anspruchslos freuen sie sich einfach an einem schön sonnigen Platz, der gerne eher trocken und kalkhaltig sein darf. 

Heckenrose Rote Früchte

Hagebutten-Schätze im Herbst

Jetzt locken die Hagebutten. Auch Kinder sammeln die roten Früchte eifrig und heimlich, um anderen mit dem enthaltenen «Juckpulver» einen Streich zu spielen. Roh essbar sind sie übrigens auch, doch tut man gut daran, ebendiese juckenden Bestandteile, die gelblichen Nüsschen mit widerhakenbestückten Härchen, vorab zu entfernen. Wie viele Wildfrüchte, die jetzt oder später im Herbst geerntet werden, enthalten auch die Hagebutten einen beachtlichen Vitamin-C-Anteil. So helfen sie, einer Erkältung vorzubeugen und die Abwehrkräfte zu stärken. Auch nächstes Jahr können die heuer gesammelten und getrockneten Hagebutten als Tee gegen Frühjahrsmüdigkeit helfen. Klassisch zur Hagebuttenmarmelade oder zu Hagebuttenmus verarbeitet kommt man am leichtesten in den Genuss der stärkenden Wirkungen. Auch der Hagebuttentee ist bekannt. Wer die gesammelten Früchte zu Tee verarbeiten möchte, kann selbst entscheiden, ob mit oder ohne Kerne. Mancher Kräuterexperte empfiehlt die Entfernung der Kerne. Wieder andere behaupten, dass auch in den Kernen Wirkstoffe vorhanden sind, die gut bei Rheuma und Blasen- oder Gallensteinen wirken. Ob mit oder ohne Kerne – die vollständige Trocknung im Dörrautomaten oder im Backrohr bei niedriger Temperatur ist wichtig. Auch die anschliessende Lagerung in gut verschlossenen Behältern sorgt für eine lange Haltbarkeit sowie einen bleibenden Vitamin-C-Gehalt. Übrigens: Sollte der selbst erstellte Hagebuttentee nicht die gewohnte leuchtend rote Farbe bekommen, liegt das nicht an einem Fehler. Vielen gekauften Tees wird etwas Hibiskus oder Malve zur Färbung beigemischt.  

Heckenrose: Rosa Blüte

Familie:
Die Heckenrose (Rosa canina) zählt zu den Rosengewächsen.

Alter:
In Ausnahmefällen kann sie bis zu 300 Jahre alt werden.

Höhe:
Wächst als 2 bis 4 Meter hoher Strauch mit überhängenden Zweigen.

Beschreibung:
Abgesehen von Gärten findet man die Heckenrose gut und gerne an Waldrändern sowie in wilden Hecken, wo sie unkompliziert wächst. Auch wenn oft von Rosendornen gesprochen wird, hat die Heckenrose botanisch gesehen Stacheln. Stacheln sitzen auf der Haut der Triebe und lassen sich deshalb leicht entfernen (im Gegensatz zu Dornen, die aus dem Holz wachsen). Die zart duftenden weissen bis hellrosa Blüten der Heckenrose erscheinen im Juni und blühen recht kurz. Interessant ist bei den Blüten, dass sie ungleich gestaltet sind – es lohnt sich, die verschiedenen Formen einmal ganz genau anzusehen. Im Normalfall erscheinen die orangeroten Sammelfrüchte, die Hagebutten, ab September. Heuer zum Beispiel deutlich früher.

Text: Sarah Brunold
Bilder: Sarah Brunold, unsplash.com/Annie Spratt, From Marwool

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